Fremdkapitalrentabilität ⇒ Formel, Berechnung & Erklärung

Die Fremdkapitalrentabilität ist eine wichtige Kennzahl, die zeigt, wie hoch die Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals eines Unternehmens ausfällt. Für Unternehmen, Investoren, Fremdkapitalgeber und Banken liefert sie wertvolle Informationen über die Kosten der Finanzierung und die Wirtschaftlichkeit von Krediten, Darlehen oder Anleihen.

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Fremdkapitalrentabilität – Auf einen Blick

Was ist die Fremdkapitalrentabilität?Die Fremdkapitalrentabilität (Return on Debt) ist eine Finanzkennzahl, die angibt, wie hoch die Verzinsung des von Gläubigern bereitgestellten Kapitals ist.
Wie wird die Fremdkapitalrentabilität berechnet?Die Berechnung erfolgt mit folgender Formel: Fremdkapitalrentabilität: (Fremdkapitalzinsen / Fremdkapital) × 100
Das Ergebnis wird in Prozent angegeben.
Was sagt die Fremdkapitalrentabilität aus?Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die durchschnittlichen Kosten des aufgenommenen Fremdkapitals sind. Sie gibt Aufschluss darüber, zu welchem Zinssatz ein Unternehmen sein Fremdkapital finanziert.
Was ist der Unterschied zwischen Fremdkapitalrentabilität und Eigenkapitalrentabilität?Die Fremdkapitalrentabilität betrachtet die Verzinsung bzw. die Kosten des von Gläubigern bereitgestellten Kapitals. Die Eigenkapitalrentabilität hingegen misst die Rendite des von den Eigentümern investierten Kapitals.
Was gilt als gute Fremdkapitalrentabilität?Eine allgemeingültige Grenze für eine gute Fremdkapitalrentabilität gibt es nicht, da sie von Branche, Bonität und Zinsniveau abhängt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Fremdkapitalrentabilität, desto geringer sind die Finanzierungskosten.
Fremdkapitalrentabilität

Die Fremdkapitalrentabilität bezeichnet das Verhältnis zwischen den Fremdkapitalzinsen und dem eingesetzten Fremdkapital. Die Kennzahl wird in Prozent angegeben und zeigt, welche Verzinsung ein Unternehmen für das zur Verfügung gestellte Fremdkapital bezahlen muss.

Definition der Fremdkapitalrentabilität

Die Fremdkapitalrentabilität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die angibt, wie hoch die Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals eines Unternehmens ausfällt.

  • Sie beschreibt das Verhältnis zwischen den angefallenen Fremdkapitalzinsen und dem durchschnittlich eingesetzten Fremdkapital innerhalb einer bestimmten Periode.

Aus Sicht des Unternehmens entspricht die Fremdkapitalrentabilität den durchschnittlichen Kosten des aufgenommenen Fremdkapitals. Aus Sicht der Fremdkapitalgeber beschreibt sie die Verzinsung beziehungsweise Rendite des bereitgestellten Kapitals.

Die Fremdkapitalrentabilität wird in Prozent angegeben und dient als wichtige Grundlage zur Beurteilung der Finanzierungskosten eines Unternehmens. Sie wird häufig gemeinsam mit der Eigenkapitalrentabilität und der Gesamtkapitalrentabilität analysiert, um die finanzielle Situation eines Unternehmens umfassend zu bewerten.

Berechnung der Fremdkapitalrentabilität

Die Berechnung der Fremdkapitalrentabilität erfolgt, indem die Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zum eingesetzten Fremdkapital gesetzt werden. Das Ergebnis wird anschließend mit 100 multipliziert, um einen Prozentwert zu erhalten.

Formel zur Berechnung der Fremdkapitalrentabilität

Fremdkapitalrentabilität = (Fremdkapitalzinsen / Fremdkapital) × 100

Für die Berechnung werden folgende Werte benötigt:

Das Ergebnis zeigt, welcher Anteil des Fremdkapitals jährlich für Zinsen aufgewendet werden muss.

Beispiel zur Berechnung der Fremdkapitalrentabilität

Ein Unternehmen hat im Geschäftsjahr ein durchschnittliches Fremdkapital von 800.000 Euro genutzt. Für Kredite und Darlehen fallen Fremdkapitalzinsen in Höhe von 32.000 Euro an.

Die Berechnung lautet: Fremdkapitalrentabilität = (32.000 Euro ÷ 800.000 Euro) × 100

  • Ergebnis: Fremdkapitalrentabilität = 4 %

Die Fremdkapitalrentabilität beträgt somit 4 Prozent, was bedeutet, dass das Unternehmen für das eingesetzte Fremdkapital eine durchschnittliche Verzinsung von 4 Prozent bezahlen muss.

Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto geringer sind die Fremdkapitalkosten. Eine hohe Fremdkapitalrentabilität weist hingegen auf höhere Zinsaufwendungen und damit auf höhere Finanzierungskosten hin.

Interpretation der Fremdkapitalrentabilität

Für eine aussagekräftige Interpretation sollte die Kennzahl nicht isoliert betrachtet, sondern mit den Werten vergangener Geschäftsjahre, vergleichbaren Unternehmen derselben Branche und weiteren Finanzkennzahlen verglichen werden.

Grundsätzlich gilt:

  • Niedrige Werte sprechen für geringe Fremdkapitalkosten und damit für vergleichsweise günstige Finanzierungskonditionen.
  • Hohe Werte weisen auf höhere Zinsaufwendungen und somit auf höhere Kosten für Kredite, Darlehen oder andere Formen der Fremdfinanzierung hin.
  • Veränderungen der Fremdkapitalrentabilität können beispielsweise durch ein steigendes allgemeines Zinsniveau, eine schlechtere Bonität oder veränderte Kreditkonditionen entstehen.

Aus Sicht des Unternehmens ist eine hohe Fremdkapitalrentabilität meist nachteilig, da ein größerer Anteil der erwirtschafteten Erträge für Zinszahlungen verwendet werden muss. Dadurch kann sich die Ertragskraft verringern und das finanzielle Risiko steigen.

Besonders relevant ist daher der Vergleich mit der Gesamtkapitalrentabilität: Liegt diese über den Fremdkapitalkosten, kann der Einsatz von Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität erhöhen. Liegt sie darunter, kann sich der Einsatz von Fremdkapital negativ auf die Eigenkapitalrendite auswirken.

  • Aus Sicht von Banken, Anleihegläubigern oder anderen Fremdkapitalgebern kann eine höhere Verzinsung des bereitgestellten Kapitals hingegen attraktiv sein. Sie geht jedoch häufig auch mit einem höheren Ausfallrisiko einher.

Daher sollte die Fremdkapitalrentabilität stets im Zusammenhang mit der Bonität, der Kapitalstruktur und der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens beurteilt werden.

Einflussfaktoren der Fremdkapitalrentabilität

Die Höhe der Fremdkapitalrentabilität wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

Zinssatz und allgemeines Zinsniveau

Der vereinbarte Zinssatz hat direkten Einfluss auf die Fremdkapitalzinsen. Darüber hinaus spielt das allgemeine Zinsniveau eine wichtige Rolle. Steigende Zinsen führen häufig zu höheren Finanzierungskosten bei neuen Krediten.

Bonität des Unternehmens

Verschlechtert sich die finanzielle Lage eines Unternehmens, verlangen Banken oftmals höhere Risikoaufschläge. Dadurch steigen die Zinskosten und die Fremdkapitalrentabilität erhöht sich.

Sicherheiten

Werthaltige Sicherheiten wie Immobilien oder andere Vermögenswerte reduzieren das Risiko für Kreditgeber. Dies kann zu besseren Konditionen und niedrigeren Fremdkapitalzinsen führen.

Laufzeit der Finanzierung

Langfristige Kredite weisen häufig höhere Zinsen auf als kurzfristige Finanzierungen. Dafür bieten sie Schutz vor kurzfristigen Zinsschwankungen.

Fremdkapitalrentabilität und Leverage-Effekt

Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit der Fremdkapitalrentabilität ist der Leverage-Effekt.

  • Der Leverage-Effekt beschreibt den Hebel, mit dem sich die Eigenkapitalrendite durch den Einsatz von Fremdkapital erhöhen lässt.

Voraussetzung dafür ist, dass die Gesamtkapitalrendite über den Fremdkapitalkosten liegt.

Positiver Leverage-Effekt

Ein positiver Leverage-Effekt entsteht, wenn die Gesamtkapitalrentabilität beziehungsweise die Rendite einer Investition höher ist als die Kosten des Fremdkapitals. In diesem Fall kann die Nutzung von Fremdkapital die Eigenkapitalrendite beziehungsweise den Return on Equity steigern. Das Unternehmen erwirtschaftet mit dem zusätzlich eingesetzten Kapital mehr Ertrag, als es für Zinsen an Banken oder andere Fremdkapitalgeber bezahlen muss.

Negativer Leverage-Effekt

Ein negativer Leverage-Effekt tritt auf, wenn die Fremdkapitalzinsen höher sind als die erzielte Gesamtkapitalrentabilität. Dann sinkt die Eigenkapitalrentabilität und das finanzielle Risiko steigt. Das Unternehmen erzielt mit dem eingesetzten Kapital in diesem Fall weniger Ertrag, als es für die Finanzierung durch Fremdkapital aufwenden muss.

Zusammenhang mit Eigenkapitalrendite und Gesamtkapitalrentabilität

Die Fremdkapitalrentabilität sollte niemals isoliert betrachtet werden. Erst die gemeinsame Betrachtung mit weiteren Kennzahlen ermöglicht eine aussagekräftige Analyse der Finanzierung.

  • Die Eigenkapitalrentabilität zeigt, wie erfolgreich ein Unternehmen das von den Eigentümern investierte Kapital einsetzt. Sie setzt den erwirtschafteten Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital.

Eine hohe Eigenkapitalrentabilität kann darauf hindeuten, dass ein Unternehmen sein Eigenkapital effizient nutzt. Allerdings kann sie auch durch einen hohen Anteil an Fremdkapital beeinflusst werden.

Die Gesamtkapitalrentabilität beziehungsweise Gesamtkapitalrendite misst den Erfolg des gesamten eingesetzten Kapitals. Dabei wird nicht unterschieden, ob das Kapital aus Eigenkapital oder Fremdkapital stammt.

  • Die Kennzahl zeigt somit, wie rentabel das Unternehmen insgesamt wirtschaftet und welche Rendite mit dem gesamten zur Verfügung stehenden Kapital erzielt wird.

Besonders wichtig ist der Vergleich zwischen Gesamtkapitalrentabilität und Fremdkapitalrentabilität. Liegt die Gesamtkapitalrentabilität über den Kosten des Fremdkapitals, kann ein Unternehmen durch den Einsatz von Fremdkapital seine Eigenkapitalrentabilität steigern.

  • In diesem Fall liegt ein positiver Leverage-Effekt vor. Das Unternehmen erzielt mit dem eingesetzten Kapital eine höhere Rendite, als es für die Finanzierung durch Fremdkapital bezahlen muss.

Liegt die Gesamtkapitalrentabilität hingegen unter der Fremdkapitalrentabilität, übersteigen die Fremdkapitalkosten die Rendite des eingesetzten Kapitals. Dadurch kann sich die Eigenkapitalrentabilität verschlechtern.

  • Dieser negative Leverage-Effekt erhöht zugleich das finanzielle Risiko, da Zinszahlungen auch dann geleistet werden müssen, wenn die Erträge des Unternehmens sinken.

Die gemeinsame Analyse von Fremdkapitalrentabilität, Eigenkapitalrentabilität und Gesamtkapitalrentabilität hilft daher dabei, die Kapitalstruktur eines Unternehmens besser einzuordnen und zu beurteilen, ob der Einsatz von Fremdkapital wirtschaftlich sinnvoll ist.

Unterschied zur Eigenkapitalrentabilität

Die Fremdkapitalrentabilität und die Eigenkapitalrentabilität beziehen sich auf unterschiedliche Arten der Unternehmensfinanzierung und erfüllen daher verschiedene Funktionen bei der Analyse der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens.

Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die durchschnittlichen Zinskosten für das von Banken, Kreditgebern oder anderen Gläubigern bereitgestellte Kapital sind. Sie macht somit deutlich, zu welchen Konditionen ein Unternehmen Kredite, Darlehen, Anleihen oder andere Formen der Fremdfinanzierung nutzt.

Die Eigenkapitalrentabilität hingegen misst die Rendite des von den Eigentümern investierten Kapitals. Sie zeigt, wie erfolgreich ein Unternehmen das Eigenkapital einsetzt und welchen Gewinn es im Verhältnis zum vorhandenen Eigenkapital erzielt. Für Gesellschafter, Aktionäre und andere Eigentümer ist diese Kennzahl besonders relevant, da sie Aufschluss über die Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals gibt.

  • Eine hohe Eigenkapitalrentabilität kann auf eine gute Ertragskraft hindeuten. Sie sollte jedoch nicht isoliert bewertet werden, da sie auch durch einen hohen Fremdkapitalanteil beeinflusst werden kann.

Setzt ein Unternehmen zusätzliches Fremdkapital ein und erzielt damit eine höhere Gesamtkapitalrendite als die anfallenden Fremdkapitalzinsen, kann sich die Eigenkapitalrentabilität erhöhen.

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Fragen und Antworten

Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die Verzinsung des von einem Unternehmen aufgenommenen Fremdkapitals ist. Sie setzt die Fremdkapitalzinsen ins Verhältnis zum durchschnittlich eingesetzten Fremdkapital.

Fremdkapitalzinsen sind die Kosten für geliehenes Geld. Nimmt ein Unternehmen beispielsweise einen Kredit auf, muss es dafür Zinsen an die Bank oder andere Fremdkapitalgeber zahlen. Diese Zinszahlungen werden als Fremdkapitalzinsen bezeichnet.

Die Fremdkapitalrentabilität wird berechnet, indem die Fremdkapitalzinsen durch das eingesetzte Fremdkapital geteilt und mit 100 multipliziert werden. Die Kennzahl zeigt, wie hoch die Verzinsung des Fremdkapitals ist.

Die Formel dazu lautet: Fremdkapitalrentabilität: (Fremdkapitalzinsen / Fremdkapital) × 100

Das Fremdkapital ergibt sich aus der Differenz zwischen Gesamtkapital und Eigenkapital. Es umfasst unter anderem Kredite, Darlehen, Anleihen und sonstige Verbindlichkeiten eines Unternehmens.

Eine hohe Fremdkapitalrentabilität bedeutet, dass ein Unternehmen vergleichsweise hohe Zinsen für sein aufgenommenes Fremdkapital bezahlt. Sie weist daher meist auf höhere Finanzierungskosten für Kredite, Darlehen oder andere Verbindlichkeiten hin. Ursachen können beispielsweise ein hohes Zinsniveau, eine schwächere Bonität oder ungünstige Finanzierungskonditionen sein.

Der Vergleich zeigt, ob sich der Einsatz von Fremdkapital wirtschaftlich lohnt. Liegt die Gesamtkapitalrentabilität über den Fremdkapitalkosten, erwirtschaftet das Unternehmen mit seinem Kapital eine höhere Rendite, als es für Zinsen bezahlen muss. Dadurch kann ein positiver Leverage-Effekt entstehen und die Eigenkapitalrentabilität steigen.

Die Fremdkapitalrentabilität zeigt, wie hoch die durchschnittlichen Kosten beziehungsweise die Verzinsung des eingesetzten Fremdkapitals sind. Die Fremdkapitalquote beschreibt hingegen die Kapitalstruktur eines Unternehmens und gibt an, wie hoch der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist. Beide Kennzahlen ergänzen sich, da sie sowohl die Höhe als auch die Kosten der Fremdfinanzierung berücksichtigen.

Quellen