Startup gründen in Deutschland

Die Gründung eines eigenen Unternehmens kann ohne ausreichende Vorbereitung schnell zur Herausforderung werden. Daher ist es wichtig, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und sich gut auf den Start in die Selbstständigkeit vorzubereiten.

Simone A. Mitgründerin der FreeFinance Buchhaltungssoftware, Entwicklung, Inhalt & Marketing
Echte Inhalte

Wir schreiben unsere Inhalte ohne Chat-GPT & Co! Hier finden Sie nur redaktionell erstellte & geprüfte Infos für Deutschland 🇩🇪!

Überweisungen

Jetzt "Überweisen über FreeFinance" testen!

Jetzt testen!

Startup gründen – auf einen Blick

Die 4 wichtigsten Fragen und Antworten zu Startup gründen

Was bedeutet es, ein Startup zu gründen?

Ein Startup zu gründen bedeutet, ein neues Unternehmen mit einer innovativen Geschäftsidee aufzubauen, meist mit dem Ziel, schnell zu wachsen und ein skalierbares Geschäftsmodell zu entwickeln.

Welche Voraussetzungen braucht man, um ein Startup in Deutschland zu gründen?

Grundsätzlich benötigt man eine Geschäftsidee, einen Businessplan, ausreichend Finanzierung sowie die Anmeldung eines Gewerbes oder die Eintragung einer Gesellschaft. Spezifische Voraussetzungen hängen von der gewählten Rechtsform ab.

Welche Rechtsformen sind für Startups in Deutschland üblich?

Häufig werden Einzelunternehmen, die Unternehmergesellschaft (UG), die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gewählt. Viele Startups entscheiden sich wegen der Haftungsbeschränkung für UG oder GmbH.

Wie meldet man ein Startup an?

In der Regel erfolgt zunächst die Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt. Bei Kapitalgesellschaften wie der GmbH ist zusätzlich eine notarielle Gründung und die Eintragung ins Handelsregister erforderlich.

Startup gründen

Die Gründung eines Startups in Deutschland erfordert neben einer überzeugenden Geschäftsidee auch eine sorgfältige Planung sowie die Beachtung rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen.

In sechs Schritten zum erfolgreichen Startup

Startups treiben Innovationen voran und verändern mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen ganze Branchen. Der Weg von der ersten Idee bis zum eigenen Unternehmen bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich und erfordert sorgfältige Planung.

  • Der Schritt in die Selbstständigkeit ist ein Prozess, der aus mehreren wichtigen Etappen besteht. Eine strukturierte Vorbereitung hilft dabei, typische Fehler zu vermeiden und eine stabile Grundlage für das eigene Unternehmen zu schaffen.

Am Anfang steht eine tragfähige Geschäftsidee sowie die Auseinandersetzung mit den persönlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen einer Unternehmensgründung. Auch Themen wie Marktanalyse, Finanzierung und die Wahl der passenden Rechtsform spielen eine zentrale Rolle.

Die Gründung eines Startups ist mit Chancen und Risiken verbunden und verlangt Engagement, Ausdauer und Flexibilität. Gute Planung, ein funktionierendes Team und ein klares Konzept können wesentlich dazu beitragen, die Erfolgsaussichten zu erhöhen.

1. Die Geschäftsidee: Start in das Unternehmertum

Jede Gründung beginnt mit einer Geschäftsidee. Diese kann ein Problem lösen, neue Bedürfnisse ansprechen oder bestehende Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle verbessern.

Startups werden oft mit besonders innovativen Konzepten verbunden. In der Praxis basieren viele erfolgreiche Ideen jedoch auf der Weiterentwicklung bestehender Lösungen oder der Übertragung bewährter Geschäftsmodelle auf neue Märkte oder Zielgruppen.

  • Die Entwicklung einer tragfähigen Geschäftsidee erfordert Zeit, Marktkenntnis und eine sorgfältige Planung. Dazu gehören unter anderem die Analyse der Zielgruppe, des Wettbewerbs und der Nachfrage.

In Deutschland ist für viele selbstständige Tätigkeiten eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Sie muss erfolgen, sobald eine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen wird.

Mehr zum Thema

2. Das Team: Um und Auf erfolgreicher Startups

Eine der wichtigsten Herausforderungen in den frühen Phasen der Gründung ist die Suche nach einem geeigneten Team.

  • In der Regel entscheidet die richtige Wahl und Zusammensetzung des Gründerteams über langfristigen Erfolg und Misserfolg des Unternehmens.

Im Optimalfall sollte Ihr Team Ihre Stärken in Szene setzen und Ihre Schwächen kompensieren. Es sollte ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Persönlichkeiten abdecken, sodass jedes Mitglied seine persönlichen Kompetenzen einbringen kann und in seinem Bereich glänzt.

In personeller Hinsicht werden für eine erfolgreiche Gründung benötigt:

  • Techniker, Ingenieur oder Programmierer: Die Person, die Ideen vom Papier in die Wirklichkeit bringt und technischen Problemen entgegenwirkt.

  • Marketing-Experte: Derjenige, der den Ideen Ausdruck und Überzeugungskraft verleiht und den Markt kennt.

  • Betriebswirt und/oder Jurist: Jemand, der sich auf die steuerlichen, finanziellen und rechtlichen Aspekte konzentriert und Know-how für diese Belange einbringt.

3. Das Geschäftsmodell: Unternehmen nimmt Form an

Nachdem die Idee ausformuliert und das Team erfolgreich zusammengestellt wurde, folgt nun die schwierige Aufgabe, ein überzeugendes Geschäftsmodell für Ihre Firma zu entwerfen:

  • Was konkret bietet Ihr Startup an?

  • Was macht es anders oder besser als bestehende Konkurrenten im Gewerbe?

  • Wie wollen Sie Einnahmen und Gewinne lukrieren? Wie erfahren potenzielle Kundinnen und Kunden von Ihrem Produkt?

Ein strukturiertes Geschäftsmodell vermittelt ein detailliertes Bild Ihrer Idee, stellt die grundsätzliche Funktionsweise Ihres Unternehmens in übersichtlicher Form dar und erklärt, wie Ihr Unternehmen Gewinne generieren soll.

4. Proof of Concept: Hat die Idee Potenzial?

Ein Proof of Concept (PoC) dient dazu, mit möglichst geringem Zeit- und Finanzaufwand zu überprüfen, ob ein Angebot marktfähig ist und bei potenziellen Kundinnen und Kunden Anklang findet.

  • Häufig umfasst ein Proof of Concept die Entwicklung eines frühen Prototyps, beispielsweise einer Website, Plattform oder technischen Lösung, der auf Basis von Nutzerfeedback schrittweise weiterentwickelt wird.

Ziel ist es, möglichst früh zu testen, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung funktioniert, um keine unnötigen Ressourcen in eine Entwicklung zu investieren, die sich später als nicht tragfähig erweist. Wie ein Proof of Concept konkret umgesetzt wird, hängt vom jeweiligen Geschäftsmodell des Startups ab.

5. Der Businessplan: Das Kernstück Ihres Startups

Der Businessplan ist die Essenz jeder Unternehmensgründung. Nachdem belegt wurde, dass mit dem Proof of Concept das Interesse an Ihrem Produkt besteht, geht es nun im nächsten Schritt darum, andere von der Idee zu überzeugen:

  • Potenzielle Investoren und Kapitalgeber werden in erster Linie am Businessplan interessiert sein und auf Basis dessen ihre Entscheidungen fällen.

  • Davon wird es abhängen, ob das Startup bestehen kann oder nicht. Zudem dient er als langfristige Orientierungs- und Entscheidungshilfe.

Der Businessplan beschreibt im Detail: die sieben "W's" zum erfolgreichen Startup

  • Was Ihr Unternehmen vor hat.
  • Warum Ihr Geschäftsmodell erfolgreich sein wird.
  • Wie das Potenzial und das Wachstum Ihres Absatzmarktes aussieht (Marktanalyse).
  • Welche Konkurrenten und Mitbewerber es gibt.
  • Welche Probleme auftreten können.
  • Wie sich die Marketing- und Vertriebsstrategie gestaltet.
  • Wie der Kapitalbedarf des Startups aussieht und mit welchen Umsätzen und Ausgaben geplant wird.

Der Businessplan umfasst außerdem zentrale Informationen zum Unternehmen, zum Team und zur langfristigen strategischen Ausrichtung.

6. Finanzierung: Innovation benötigt Investition

Nach der Erstellung des Businessplans kann die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten beginnen und das Geschäftskonzept potenziellen Investorinnen und Investoren vorgestellt werden.

Die Finanzierung eines Startups erfolgt häufig in mehreren Phasen. Banken und klassische Kreditinstitute finanzieren Gründungen in frühen Entwicklungsstadien oft nur eingeschränkt. Deshalb spielen zu Beginn häufig Business Angels oder andere private Investorinnen und Investoren eine wichtige Rolle.

Auch Netzwerke, Gründungsveranstaltungen und Pitch-Formate können in dieser Phase hilfreich sein. Eine weitere Möglichkeit ist Crowdfunding. Dabei kann frühzeitig Kontakt zur Zielgruppe aufgebaut und gleichzeitig geprüft werden, wie das Angebot am Markt ankommt.

  • Viele Gründerinnen und Gründer decken einen Teil des anfänglichen Kapitalbedarfs aus eigenen Mitteln oder durch Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld. Diese Form der Finanzierung wird als Bootstrapping bezeichnet.

Darüber hinaus können staatliche Förderprogramme eine wichtige Finanzierungsquelle in der Gründungsphase darstellen.

Unternehmensgründung: rechtliche Voraussetzungen

Ein wichtiger Teil der Gründung eines Startups sind die rechtlichen Voraussetzungen und formalen Schritte. Dazu gehören unter anderem Anmeldungen bei Behörden sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Auch wenn administrative Aufgaben oft weniger im Fokus stehen, sind sie ein unvermeidbarer Bestandteil des Gründungsprozesses.

Die Wahl der geeigneten Rechtsform

Die Wahl der Rechtsform ist ein zentraler Schritt bei der Unternehmensgründung, da sie die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen eines Unternehmens langfristig prägt. Eine allgemein gültige „richtige“ Rechtsform gibt es nicht, die Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wichtige Kriterien sind unter anderem Haftungsfragen, Kapitalbedarf, Unternehmensstruktur, Entscheidungsbefugnisse sowie steuerliche Aspekte. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesen Punkten erleichtert die Wahl der passenden Rechtsform.

Zu den häufig gewählten Rechtsformen in Deutschland zählen beispielsweise:

  • das Einzelunternehmen

  • die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

  • die Unternehmergesellschaft (UG)

  • die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Welche Rechtsform am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen und Zielen der Gründung ab.

Gewerbeanmeldung

Nach der Wahl der Rechtsform folgt in der Regel die Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit. In Deutschland ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich, wenn eine gewerbliche Tätigkeit aufgenommen wird.

Welche Anmeldung notwendig ist, hängt von der Art der Tätigkeit ab. Dabei wird zwischen gewerblichen Tätigkeiten, freiberuflichen Tätigkeiten und erlaubnispflichtigen Gewerben unterschieden.

  • Für bestimmte Gewerbe kann eine zusätzliche Genehmigung oder ein Qualifikationsnachweis erforderlich sein.

Die Gewerbeanmeldung erfolgt beim zuständigen Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat. In vielen Kommunen kann die Anmeldung auch online durchgeführt werden.

Nach der Gewerbeanmeldung werden in der Regel automatisch weitere Stellen informiert, beispielsweise das Finanzamt und die Industrie- und Handelskammer (IHK). Anschließend erfolgt die steuerliche Registrierung beim Finanzamt.

Eintragung in das Firmenbuch

Je nach Rechtsform kann eine Eintragung in das Handelsregister erforderlich sein. Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder die Unternehmergesellschaft (UG) müssen grundsätzlich in das Handelsregister eingetragen werden. Die Eintragung erfolgt über eine notarielle Anmeldung beim zuständigen Amtsgericht.

  • Einzelunternehmen sind in der Regel nicht zur Eintragung verpflichtet, solange kein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist. 

Ob eine Eintragung notwendig ist, hängt unter anderem von der Größe des Unternehmens, dem Umsatz, der Organisation des Betriebs und der Art der Geschäftstätigkeit ab. In solchen Fällen kann eine Eintragung ins Handelsregister verpflichtend werden.

Startup: Steuern und Versicherungen

Selbstständige müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben, sobald Einkünfte über dem steuerlichen Grundfreibetrag liegen.

Unternehmen sind außerdem grundsätzlich zur Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen verpflichtet. Liegt der Jahresumsatz jedoch innerhalb der Grenzen der Kleinunternehmerregelung und wird diese genutzt, muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden; im Gegenzug besteht kein Anspruch auf Vorsteuerabzug.

  • Steuerliche Meldungen und Erklärungen können in Deutschland online über das ELSTER-Portal der Finanzverwaltung eingereicht werden.

Selbstständige müssen sich zudem in Deutschland eigenständig um ihre Sozialversicherung kümmern. Eine Pflicht besteht insbesondere für die Kranken- und Pflegeversicherung, deren Beiträge sich in der Regel am Einkommen orientieren.

Je nach Tätigkeit kann zusätzlich eine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen. Alternativ sind freiwillige Einzahlungen möglich.

Umfassende Buchhaltungssoftware für Deutschland
Von A wie Angebot bis Z wie Zeitersparnis:

  • Optimal organisiert vom ersten Tag als UnternehmerIn
  • Einfach zu bedienen, 24x7 für Sie verfügbar
  • Im Browser Ihrer Wahl - auch auf Mac oder Smartphone
  • Ihre Beratung auf Wunsch mit an Bord holen
  • Meldungen ans Finanzamt mit 1 Klick an Elster
  • Digitalisierung und Automatisierung voll ausschöpfen
  • Kosten & Zeit sparen | effizient buchhalten

Fragen und Antworten

Ein Startup ist ein junges Unternehmen, das mit einer innovativen Geschäftsidee gegründet wird und häufig auf Wachstum und Skalierbarkeit ausgerichtet ist.

Um Investoren und Kapitalgeber von einer Geschäftsidee zu überzeugen und an ausreichend Startkapital zu gelangen, ist ein gut durchdachter, ansprechender und selbstbewusster Pitch unumgänglich.

Ein Pitch ist eine kurze, möglichst knackige Präsentation des Geschäftskonzeptes der Firma, mit dem Ziel, potenzielle Investoren von Ihrem Angebot zu überzeugen. Dabei geht es in erster Linie darum, in möglichst kurzer Zeit das Interesse der Zuhörer zu wecken, was die Idee ist, wie das Marktpotenzial aussieht und schlussendlich, wie viel Kapital zur Finanzierung des Vorhabens benötigt wird.

Die Dauer hängt von der Geschäftsidee, der Vorbereitung und der gewählten Rechtsform ab. Eine einfache Gründung kann innerhalb weniger Tage erfolgen, während die Gründung einer Kapitalgesellschaft mehrere Wochen dauern kann.

Je nach Gründung sind unter anderem das Gewerbeamt, das Finanzamt, das Handelsregister beim Amtsgericht sowie gegebenenfalls die Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer beteiligt.

Quellen